Magen-Darm-Zentrum

SIBO – Fehlbesiedlung des Dünndarms (Small Intestinal bacterial overgrowth)

Beim SIBO kommt es zu einer pathologischen Anhäufung der physiologischen Dickdarmflora im Dünndarm. Normalerweise ist der Dünndarm nur spärlich mit Mikroorganismen besiedelt, typischerweise unter 10³ KBE/ml –, da mehrere Schutzmechanismen eine übermäßige mikrobielle Kolonisation verhindern. Zu diesen Barrieren zählen:

  • Gastrische Säuresekretion (Bakterien werden im Magen durch die Magen-Säure bereits frühzeitig abgetötet)
  • Ileozökalklappe (verhindert mechanisch den Rückfluss von Dickdarmbakterien in den Dünndarm)
  • Intestinale Motilität (eine physiologische, rasche Passage der Nahrung durch den Dünndarm) verhindert das Wachstum nicht physiologischer Bakterien im Dünndarm.

Symptome

  • Kohlenhydrate werden im Dünndarm fermentiert und es kommt zur Gasbildung (H₂, CH₄, CO₂) → Blähungen, Flatulenz, Völlegefühl, Bauchschmerzen, Müdigkeit.
  • Durch den Anstieg der Bakterienkonzentration im Dünndarm kommt es gehäuft zur Gallensäure-Dehydroxylierung → Hier handelt es sich um einen chemischen Prozess, in dem die Gallensäuren gespalten werden und somit ihre Eigenschaften verlieren Fette aufzunehmen. Durch die Fettmalabsorption entstehen Diarrhoen und Fettstühle, Gewichtsverlust.
  • Durch eine bakterielle Konkurrenz um Nährstoffe → Mangel an Vitamin B12, Eisen, fettlöslichen Vitaminen (EDKA).
  • Die Darmschleimhaut kann geschädigt und entzündet sein. Dadurch wird sie durchlässiger, sodass Stoffe leichter hindurchtreten können → man spricht auch vom ‚Leaky-Gut-Syndrom‘ (durchlässiger Darm).